Energie

Wasserkraftwerk Längsschnitt

Baubeginn am Weserkraftwerk

8. Mai 2008

 

Seit dieser Woche laufen die Bauarbeiten am Weserkraftwerk. Bis Ende 2009 wird direkt neben dem vorhandenen Weserwehr in Bremen-Hemelingen ein Wasserkraftwerk mit zehn Megawatt Leistung entstehen. „Es handelt sich um den größten Neubau Norddeutschlands zur Nutzung von Wasserkraft“, erklärt Elmar Bröker, der technische Projektleiter der Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co KG. „Die erwartete Stromproduktion von etwa 42 Millionen Kilowattstunden im Jahr entspricht dem Bedarf von 17.000 Bremer Haushalten.“

Nachdem in den vergangenen Tagen bereits die Baustelle eingerichtet worden ist, beginnt nun der Voraushub der insgesamt vier getrennten Baugruben. Sie werden weitgehend erschütterungsarm mit Hilfe von Bohrpfahlwänden errichtet. In den ersten beiden Gruben entstehen das Einlaufbauwerk und Kraftwerk. Durch das Einlaufbauwerk werden später einmal 220 Kubikmeter Wasser pro Sekunde einfließen; das entspricht rund 1000 gefüllten Badewannen. Das Krafthaus ist das Herz der Anlage; es wird unter anderem die beiden Fünf-Megawatt-Turbinen von ENERCON beherbergen. Sie sind für den gezeitenabhängigen Standort besonders geeignet und werden gegenüber herkömmlichen Modellen eine um zehn Prozent höhere Stromausbeute haben. Schließlich werden dann nach derzeitiger Planung im nächsten Frühjahr der Triebwasserkanal, der die Anlagenteile verbindet, und das Auslaufbauwerk gebaut.

 

„Das gesamte Projekt ist bautechnisch recht anspruchsvoll, weil die Baugruben direkt neben dem Fluss tief unter den Wasserspiegel reichen“, sagt Elmar Bröker. Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, werde die Bautätigkeit während der gefährdeten Periode von Dezember bis April stark eingeschränkt.

 

Insgesamt summieren sich die Investitionen für das Weserkraftwerk auf rund 40 Millionen Euro. Dabei ist die Anlage als „Bürgerkraftwerk“ konzipiert. 51 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft können Privatpersonen zeichnen; ein entsprechender Beteiligungsprospekt wird voraussichtlich im Sommer veröffentlicht. Die übrigen 49 Prozent der Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co KG werden von ENERCON und swb gehalten. Der Auricher Windenergieanlagenhersteller liefert zudem die Turbinen; das Bremer Energieversorger wiederum wird den Strom abnehmen, um Bremer Haushalten und Unternehmen ein besonderes Ökostromprodukt anbieten zu können. Die TANDEM GmbH, Bremen, und Planet energy GmbH, Hamburg, eine Tochter des Ökostrom-Anbieters Greenpeace Energy, haben das Weserkraftwerk vor nunmehr sieben Jahren gemeinsam initiiert und seither bis zur Baureife vorangetrieben.

Hrsg. Wasserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG


Blumer Wehr: Planfeststellungsbeschluss für Wasserkraftanlage

7. Februar 2007

 

Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Januar den Planfeststellungsbeschluss für die Errichtung und den Betrieb einer Wasserkraftanlage am Blumer Wehr in Hannoversch-Münden erteilt. Die werra energie GbR möchte mit der Anlage im Mühlengraben die Nutzung der Wasserkraft als regenerativer und umweltfreundlicher Energiequelle vorantreiben.

 

Während des Beteiligungsverfahrens meldeten Umweltschützer und Fischereivertreter Befürchtungen an, dass Fische und andere Wasserlebewesen durch die Turbinen der Wasserkraftanlage gefährdet werden könnten. Um dem vorzubeugen, setzt der Antragsteller vor den Turbinen einen neuartigen, so genannten Rollrechen ein, dessen Stababstände sich auf rund 15 Millimeter belaufen und den Fischen ein Vordringen in für sie gefährliche Bereiche verwehren. Zum Vergleich: Die Stababstände eines herkömmlichen Schutzrechens liegen zwischen 20 und 30 Millimetern.

Darüber hinaus beteiligt sich die werra energie GbR am Bau einer Fischaufstiegsanlage, die wandernden Wasserlebewesen die Überquerung des Hindernisses gestattet. "Die durchgängige Passierbarkeit ist Kennzeichen eines funktionsfähigen Fließgewässers und trägt maßgeblich zu seinem ökologischen Stellenwert bei", erläutert Wilfried Weikert vom NLWKN. Neben zahlreichen nationalen Gesetzen fordert auch die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union die Berücksichtigung dieser naturschutzfachlichen Belange.

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

(7. Februar 2007)