Energie

Bremer Mittelkalorik-Kraftwerk nimmt regulären Betrieb auf

31. August 2009

 

Im November 2008 wurde das Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) am swb Kraftwerksstandort Hafen nach nur 14-monatiger Bauzeit fertiggestellt. Im Januar 2009 nahm es, wie geplant, den Probebetrieb auf. Danach wurden unter regulären Betriebsbedingungen unzählige Messungen zu Kontroll- und Justierzwecken vorgenommen. Im Juli 2009 folgte der Einbau der Turbine zur Stromerzeugung, die am 24. August 2009 erstmals angefahren wurde. Seitdem verwertet das MKK sicher und umweltgerecht mittelkalorische Sortierreste aus Gewerbeabfallsortieranlagen und mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen und produziert zusätzlich Dampf für die Unterstützung der Kraftwerksblöcke 5 und 6 und mit Hilfe des 30 Megawatt-Generators, auch Strom.

 

Mit der offiziellen Inbetriebnahme am 28. August 2009, um 14.00 Uhr, hat Senator Dr. Reinhard Loske gemeinsam mit den swb-Vorständen und der Geschäftsführung von swb Erzeugung und swb Entsorgung ein neues Kapitel Bremer Erzeugungs- und Entsorgungsgeschichte eröffnet. Über einen "Knopfdruck" wurde das Kraftwerk in den offiziellen Betrieb übernommen. "Mit dem MKK liefert swb einen weiteren Baustein zu seiner 20-20-20 Strategie. Durch den Einsatz der Mittelkalorik kann swb bei gleicher Stromproduktion über 90.000 Tonnen Kohle jährlich einsparen. Das schont die Ressourcen und senkt den CO2-Ausstoß um rund 223.000 Tonnen", sagte swb Vorstandsvorsitzender Dr. Willem Schoeber.

 

Zweieinhalb Jahre nach Baubeginn ist damit eine der größten, und modernsten Abfallverwertungsanlagen in Deutschland entstanden, die nun im stabilen Dauerbetrieb arbeitet. Aus etwa 230.000 Tonnen mittelkalorischen Abfällen werden in Grundlast mit einem sehr guten Wirkungsgrad von 27% netto zukünftig 235.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt. Dies entspricht dem Strombedarf von rund 90.000 Bremer Haushalten, also etwa einem Drittel der Bremer Bevölkerung. Das Investitionsvolumen für das Projekt betrug etwa 110 Millionen Euro.

swb-Presseinformation


Jahrespressekonferenz zum Geschäftsjahr 2007 der swb AG

6. Mai 2008

 

„Dynamik hat nochmals zugenommen“: technische Großprojekte, mehr Wettbewerb, Netz-Regulierung – swb-Umsatz bleibt bei über 1 Milliarde Euro, Konzerngewinn sinkt um 20,5 Prozent

 

Die Schlaglichter:

 

2007 geprägt von nochmals verschärftem Wettbewerb – swb antwortet mit neuen Produkten und Serviceoffensive

 

Neubau Steinkohle-Kraftwerk abgesagt – ca. 30 Millionen Euro Kosten

 

Neubau Mittelkalorik-Kraftwerk im Zeitplan

 

Umsatz sinkt witterungsbedingt um 5,1 Prozent auf 1.001,3 Millionen Euro

 

Konzerngewinn sinkt um 20,5 Prozent auf 60,7 Millionen Euro

 

„Im vergangenen Jahr waren wir uns sicher, dass die Dynamik des Geschäftsjahrs 2006 gewaltig war und uns länger in Erinnerung bleiben würde. 2007 stand 2006 jedoch nicht nach. Es war ein an- und aufregendes Jahr, das die Leistungsfähigkeit von swb auf die Probe gestellt hat. Wir sind so selbstbewusst zu sagen, dass wir alles gut bestanden haben und als Organisation an den Herausforderungen gewachsen sind.“ So fasst der swb-Vorstand das Geschäftsjahr 2007 zusammen.

 

Kraftwerksprojekte: Fortschritt und Entscheidung

 

Während der Bau des neuen Mittelkalorik-Kraftwerks (MKK) am Standort Hafen plangemäß voran­schritt, hieß es für das Steinkohleprojekt Block 21 im Herbst 2007: Stopp. Die Kostensteigerung für das 910-Megawatt-Projekt zeichnete sich derart dramatisch ab, dass es nur diese Entscheidung geben konnte. Nach fünf Jahren harter Projektarbeit ein schwerer Schritt. Kosten in Höhe von fast 30 Millionen Euro schlagen sich auch im geringeren swb-Ergebnis für 2007 nieder.

 

„Über den Ausstieg bei Block 21 hatte die Öffentlichkeit nicht mehr ganz präsent, dass wir mit dem Mittelkalorik-Kraftwerk noch ein zweites großes Projekt sehr gut auf die Schiene setzen“, so swb-Vorstandsvorsitzender Dr. Willem Schoeber. „Das MKK ist mit mehr als 112 Millionen Euro auch keine kleine Investition. Wir bauen ein in dieser Form europaweit einmaliges Kraftwerk, und darauf sind wir stolz.“ Das MKK soll 2009 planmäßig in Betrieb gehen und wird rund 90.000 Bremer Haushalte mit Energie aus heizwertreichen Abfällen versorgen.

 

2007 bahnte sich auch eine große Umstrukturierung in der swb-Gruppe an. Es liefen Gespräche über eine Entflechtung der HBE-Gruppe. Nach zehn Jahren erfolgreicher und guter Zusammenarbeit waren sich die beiden HBE-Anteilseigner swb und Nehlsen sicher, dass die Zukunft in einer Konzentration auf die Kernkompetenzen liegt. swb steht für Energieerzeugung aus unterschiedlichen Brennstoffen, Nehlsen für Abfall­logistik. Die Gespräche mündeten im März 2008 in eine entsprechende Aufteilung der HBE-Gruppe. swb übernahm rückwirkend zum 1. Januar 2008 die ANO GmbH, die das Müllheizwerk Bremen betreibt. Damit stellt swb ab 2009, nach Inbetrieb­nahme des MKK, eine Kapazität von rund 850.000 Tonnen zur energetischen Verwertung von Abfällen bereit.

 

Gegen Ende 2007 bot sich dann die Gelegenheit für swb, sich im Weserkraftwerksprojekt zu engagieren. „Diese Möglichkeit haben wir mit beiden Händen ergriffen. Wir werden uns mit 24,5 Prozent beteiligen und den gesamten Strom aus der Weser an den Markt bringen“, so Schoeber.

 

Ein weiteres Großprojekt im Kraftwerksbereich war die Rundum-Revision von Block 5 im Hafen. Diese „Retrofit“-Investition schlug mit 26 Millionen Euro zu Buche. Auch die Modernisierung des Heizwerks Vahr war ein größeres Projekt, das nach außen vor allem durch die Schwertransporte sichtbar wurde, die die neuen Kessel und die Schornsteinteile anlieferten.

 

Neue Produkte und wettbewerbsfähige Preise

 

Schon eher ungewohnt: Im Jahr 2007 sanken die Erdgaspreise über mehrere Monate. Zusammen mit den neuen Netzentgelten führte dies ab November 2006 zu insgesamt vier Preissenkungen für Erdgas in Bremen. Dieses „Zwischenhoch der niedrigeren Preise“ endete zum Oktober 2007, als die Preise für Erdgas auf dem Weltmarkt wieder deutlich anzogen. Die Strompreise blieben ab Februar das ganze Jahr über stabil.

 

Der Wettbewerb nahm weiter zu, die Nachfrage nach Ökostrom und Energieangebote via Internet stieg. Für beides zeigte sich swb gut gerüstet und ging mit dem „runderneuerten“ Ökostromprodukt swb Strom proNatur sowie mit dem Internet­angebot für Strom und Erdgas swb24 in den Markt. Der Effekt: Die Kunden wechseln wieder mehr innerhalb der verschiedenen swb-Angebote. Für swb24 haben sich heute bereits etwa 1.500 Bremerinnen und Bremer entschieden. Der Privatkunden-Marktanteil von swb lag zum Jahresende 2007 für Erdgas bei 99,3 Prozent und für Strom bei 92,7 Prozent. „Damit bewegen wir uns im normalen bundesweiten Durchschnitt für Kundenwechsel“, so Vertriebsvorstand Dr. Torsten Köhne.

 

swb hat auch 2007 seinen Weg zu noch mehr Kundennähe fortgesetzt. In Bremen-Vegesack entstand das dritte swb-Kundencenter. Mit der Energie-Tour besuchte swb 25 Märkte im Land Bremen und bot dort Energieberatung direkt vor der Haustüre an. „Wir merken an vielen Stellen, dass wir wieder verlorenes Vertrauen zurückgewinnen“, so Köhne. Zwar sei die gerichtliche Auseinandersetzung mit 59 Kunden um die Gaspreise in den Jahren 2004 bis 2006 noch nicht vom Tisch. „Aber wir konnten klar machen, dass wir nicht der große Erdgasimporteur sind, sondern das lokale Verteilunternehmen.“ Im Herbst 2007 lehnte das Oberlandesgericht Bremen der Berufung von swb ab, woraufhin swb Revision vor dem Bundesgerichtshof ankündigte.

 

Technische Dienstleistungen: Erfolge und ein Jubiläum

 

swb Services ist auch außerhalb des Landes Bremen erfolgreich und gewann die europaweite Ausschreibung der Wärmeversorgung für die „Zeche Zollverein“ in Essen. Im Heimatmarkt bewährte sich swb Services in mehreren Ausschreibungen und konnte unter anderem das Facility Management für das Bremer Fraunhofer Institut (IFAM) erneut für drei Jahre als Auftrag sichern.

 

Ihr zehnjähriges Bestehen feiert die Tochtergesellschaft von swb Services, die „Gesellschaft für Versorgungsdienstleistungen“, besser bekannt unter dem Markennamen Inhome. Sie vertreibt Heizungen mit einem Rundum-Service.

 

Gegen starke Konkurrenz gewann swb Beleuchtung die Ausschreibung um die Beleuchtung der Stadt Kiel. Der Auftrag läuft über 20 Jahre und umfasst 20.000 Leuchten.

 

Starker Effizienzdruck besonders auf die Netzgesellschaften

 

Um konkurrenzfähig zu bleiben und die eigenen Ziele mittel- und auch langfristig erreichen zu können, liefen die in 2006 gestarteten Effizienzprojekte Strukturoptimierung, Zukunftsperspek­tive Bremerhaven, Effizienter Vertrieb und ProNetz in 2007 weiter. swb arbeitete damit

intensiv an den Kostenstrukturen und internen Prozessen, um auch in einem verschärften Wettbewerb den Kunden wettbewerbsfähige Produkte und Preise zu bieten. So galt es, über das Projekt ProNetz 21 Millionen Euro – von insgesamt 40 Millionen Euro für die Jahre 2007 und 2008 – zu kompensieren, die swb durch die Streichung von Netznutzungsentgelten verloren gehen.

 

Rund ein Drittel der Stellen in den Netzgesellschaften entfallen, ohne dass die Qualität der Versorgung eingeschränkt wird. „Das ist eine riesige Anstrengung, diese Effizienzen zu heben“, so Uwe Schramm, Vorstand Personal und Netze. „Vor allem, wenn der Personalabbau vollständig sozialverträglich gestaltet wird.“

 

swb steht zum Land Bremen und engagiert sich für die Gesellschaft

 

Ausbildung ist und bleibt bei swb ein Thema mit hoher Priorität. Die Ausbildungsquote blieb mit 6,7 Prozent fast konstant. Insgesamt 164 junge Menschen bereiten sich bei swb auf das Berufsleben vor. In 2007 hat sich swb personalpolitisch für die zunehmende Dynamik im Markt vor allem mit dem Start von Nachwuchsförderungs­programmen gerüstet. Sie umfassen die Qualifizierung und Förderung von ausgelernten Aus­zubildenden mit Potenzial, das Angebot einer Kombination von Ausbildung und Studium sowie die Förderung von Praktika, Diplomanden und Trainees. Gleichzeitig bietet swb geeigneten Mitarbeitern die Möglichkeit, an Master-Studien­gängen der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen teilzunehmen. Den Blick über den eigenen Tellerrand – nicht nur von Nachwuchskräften – unterstützt der internationale Personalaustausch mit dem Anteilseigner Essent.

 

Als eine rundum gute Sache hat sich auch die swb-Bildungsinitiative erwiesen, die Projekte an und für Schulen und Kindertagesstätten fördert. Dafür stehen jährlich bis zu 200.000 Euro bereit. Die Initiative wurde bis 2010 verlängert.

 

Mit einem Betrag von rund zwei Euro pro Einwohner unterstützte swb auch 2007 vielfältige Aktivitäten im Bundesland Bremen und übernimmt dadurch gesellschaftliche Verantwor­tung. Bildung, Kultur, Sport und Soziales waren die Förderungsfelder. „Wir sind Teil der Gesellschaft und handeln danach“, so der Vorstand.

 

Finanzkennzahlen und Absatzentwicklung der konsolidierten Unternehmen

 

Der swb-Konzern hat im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 1.001,3 Millionen Euro erzielt (Vorjahr: 1.055,6). Das ist ein Rückgang von 5,1 Prozent. Hauptgrund dafür ist die milde Witterung.

 

Der Jahresüberschuss sank von 2006 auf 2007 um 20,5 Prozent von 76,4 auf 60,7 Millionen Euro. Grund dafür waren maßgeblich die Belastungen aus der Absage des Kraftwerkprojekts Block 21.

 

Im Jahr 2007 stieg der Stromabsatz um 6,8 Prozent auf 4.624 Gigawattstunden (GWh). Diese Erhöhung resultiert aus mengenbedingten Effekten im Sondervertrags- und Tarifkunden­bereich. Darüber hinaus nahmen die Umsatz­erlöse aus der Vermarktung einer Kraftwerks­scheibe gegenüber dem Mehrheitsgesellschafter Essent und aus der Vermarktung am OTC-Markt zu. Die Umsatzerlöse betrugen 526,9 Millionen Euro, 48,3 Millionen Euro mehr als 2006.

 

Das Erdgasgeschäft war witterungsbedingt rückläufig, der Absatz sank um 9,1 Prozent auf 8.511 GWh. Die Umsatzerlöse betrugen 310 Millionen Euro (Vorjahr: 403,7).

 

Das Wärmegeschäft ging ebenfalls wegen der warmen Witterung zurück und sank von 1.179 auf 1.054 GWh, die Umsatzerlöse betrugen 59,6 Millionen Euro (Vorjahr: 67,3).

 

Der Wasserabsatz war mit 38,7 Millionen Kubikmetern nahezu konstant (Vorjahr: 39,3). Die Umsatzerlöse betrugen 75,2 Millionen Euro (Vorjahr: 76,7).

 

Das Geschäftsfeld Technische Dienstleistungen (Beleuchtung, Betriebsführung von Netzen und Anlagen, Contracting, Technisches Objektmanagement, Heizservice sowie Messung und Abrechnung) steigerte sich um 0,5 Millionen auf 29,6 Millionen Euro Umsatzerlöse.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 

Zum 31. Dezember 2007 beschäftigte der swb-Konzern 2.284 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – im Vorjahr waren es 2.299 – und 164 Auszubildende, was einer konzernweiten Ausbildungs­quote von 6,7 Prozent entspricht.

 

Ausblick 2008

 

Technische Großprojekte werden swb auch in den nächsten Jahren in Atem halten. Hinzu kommt die Integration der ANO in die swb, die bis Ende 2008 abgeschlossen sein soll.

 

Für die Zukunft setzt swb auf moderne Anlagen sowie einen breiten, ausgewogenen Brennstoff­mix aus regenerativen Quellen sowie aus der energetischen Verwertung von Abfällen und aus fossilen Quellen.

 

Moderne Anlagen heißt: swb will sowohl die bestehenden Anlagen auf neuesten Stand bringen und den Wirkungsgrad erhöhen. Auch an ausgewählten Kraftwerksneubauprojekten will sich swb beteiligen.

 

swb setzt seit jeher auf eine Mehrzahl von Energiequellen: Erdgas, Gichtgas, Kohle, Wasser, Sonne und Wind. Auch die Nutzung von in Abfällen enthaltener Energie (waste to energy) zählt dazu. Bei den regenerativen Energiequellen wird sich swb schwerpunktmäßig auf den Ausbau von Wasser- und Windenergie konzentrieren, ohne andere Energieträger wie die Sonne zu vernachlässigen. Herausragendes Projekt bei der Wasserkraft ist der Neubau des Weserkraftwerks in Bremen, bei dem swb einer der großen Projektpartner ist.

 

Beim Ausbau der Windenergie verfolgt swb mehrere Ziele: Erneuerung bestehender Windparks, aber auch Investitionen in neue Windparks an Land und auf See; insgesamt strebt swb eine Eigenerzeugung aus Windkraft von 250 MW an.

 

Photovoltaik war und ist auch künftig ein

Bestandteil des swb-Energiemixes. Gerade hat swb mit einem Projektvolumen von rund einer Million Euro das Solarkraftwerk „Auf dem Kruge“ in Bremen-Gröpelingen erneuert. Die Anlage ist mit rund 220 Kilowatt zurzeit die größte in ganz Bremen. Sie produziert nach der Sanierung jährlich 180.000 Kilowattstunden – das entspricht dem Bedarf von rund 70 Bremer Haushalten und einer CO2-Einsparung von 140 Tonnen im Jahr.

 

Gemeinsam mit der EWE AG plant swb eine Solaranlage auf dem Dach des Weserstadions – ebenfalls eine Investition in Millionenhöhe. Die Anlage wird ab 2009 jährlich etwa 750.000 Kilowattstunden produzieren – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von rund 300 Bremer Haushalten.

 

Zusätzlich wird sich swb bei der Nutzung der Sonnenenergie stark auf Solarthermie fokussieren.

Presseinformation swb AG

Kontakt: Marlene Odenbach, Unternehmenskommunikation