Binnenschifffahrt

Mittelweser


Wirtschaftsverband Weser e.V. zum Ausbau der Mittelweser

14. Juni 2017

 

Das Bundesverkehrsministerium hat heute (14. Juni 2017) mit einem Schreiben des Par-lamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann, MdB, dem Vorsitzenden des Wirt-schaftsverband Weser e.V., Bürgermeister a.D. Klaus Wedemeier, mitgeteilt, dass sechs noch ausstehende Uferrückverlegungen und die Beseitigung bestehender Engpässe an der Mittelweser zwischen Nienburg und Minden durchgeführt werden.

 

Hierzu erklärt Klaus Wedemeier: „Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums wird begrüßt und ist ein Erfolg jahrelanger Bemühungen der vom Mittelweserausbau betroffenen Hafenverkehrsunternehmen und ihrer Verbände in Niedersachsen und Bremen. Als Erfolg ist insbesondere zu werten, dass jetzt doch im Gegensatz zu bisherigen Aussagen sechs von neun planfestgestellten, aber bisher nicht ausgeführten Uferrückverlegungen in engen Fahrwasserkurven baulich durchgeführt werden sollen.

 

Es fehlt noch eine genaue Aussage darüber, auf welchen Streckenabschnitten der Mittelweser neue Begegnungsverbote erlassen werden, die über das Planfeststellungsverfahren hinausgehen. Erst dann kann eine Aussage darüber getroffen werden, ob die Freigabe der Mittelweser für das Großmotorgüterschiff (110 m) von den Unternehmen auch wirtschaftlich vertretbar genutzt werden kann.

 

Von besonderer Bedeutung ist die Frage, ob auch für Europa-Schiffe (85 m) Begegnungsverbote eingeführt werden sollen, die es bisher nicht gegeben hat und die einem wesentlichen Ziel des Verwaltungsabkommens aus den Jahren 1988 und 1997 widersprechen würden. Das Verwaltungsabkommen über die Anpassung der Mittelweser für den Verkehr mit Großmotorgüterschiffen kann dann als erfüllt betrachtet werden, wenn alle zwischen den Vertragspartnern vereinbarten Ziele durch die erforderlichen Maßnahmen erreicht worden sind.

 

Wedemeier begrüßt ausdrücklich die heute bekanntgegebene Fertigstellung und Freigabe der neuen Schleuse Minden zum 18. August 2017: „Das ist ein wesentlicher Schritt hin zu mehr ökologisch erforderlichen Transporten auf dem Wasserweg Mittelweser. Die Absicht des Bundesverkehrsministeriums, Wehranlagen und Schleusen an der Mittelweser für mehr als 120 Mio. Euro zu sanieren, ist für die Sicherstellung des Schiffsverkehrs auf der Mittelweser ebenfalls von großer Bedeutung.“

Hrs.: Wirtschaftsverband Weser e.V.


Binnenschifffahrtsweg Mittelweser darf kein Engpass bleiben -

35 Unternehmen und Verbände fordern Mittelweser-Anpassung

7. März 2017

 

In einer gemeinsamen Erklärung haben 25 Unternehmen und 10 Verbände das Bundes-verkehrsministerium aufgefordert, die Ausbaumaßnahmen an der Mittelweser gemäß Planfeststellungsbeschluss vollständig und unverzüglich durchzuführen. Die Absicht des Verkehrsministeriums, die noch ausstehenden Rückverlegungen von Ufern im Bereich enger Fahrwasserkurven nicht auszuführen und stattdessen Begegnungsverbote und Einbahnstrecken auf ca. 40 % des Schifffahrtsweges Mittelweser anzuordnen, wird strikt abgelehnt. Nach Auffassung der Unterzeichner der Erklärung führen Begegnungsverbote zu einer Gefährdung der bestehenden Binnenschiffsverkehre. Außerdem verhindern sie den Einsatz von größeren Binnenschiffen, den sogenannten „Großmotorgüterschiffen“ (Länge 110 m), für die die Mittelweser seit vielen Jahren ausgebaut wird. Die Verkehrsabläufe werden durch zusätzliche Begegnungsverbote massiv behindert und führen dazu, dass Transporte nicht mehr planbar und verlässlich stattfinden können. Unter diesen Bedingungen werden nach Einschätzung der maßgeblichen Reedereien und Speditionen aus betrieblichen Gründen weder bei Massengütern noch bei Containertransporten Großmotorgüterschiffe eingesetzt werden können. Das Ausbauziel für die Mittelweser wird nicht erreicht und öffentliche Investitionen von über 250 Mio. Euro bleiben damit weitgehend ohne verkehrlichen Nutzen.

 

In der gemeinsamen Erklärung fordern die Unternehmen und Verbände die Einhaltung des Verwaltungsabkommens zum Ausbau der Mittelweser auch für die sogenannten „Europa-Schiffe“ mit einer Länge von 85 m. Im Abkommen ist ein uneingeschränkter Begegnungsverkehr von „Europa-Schiffen“ vorgesehen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung beabsichtigt hingegen, auch für diese kleineren Binnenschiffe Einbahnstrecken von mindestens 16 km Länge. Damit sind massive Behinderungen für die bestehenden Binnenschiffsverkehre verbunden. Ganz besonders sind die Sand- und Kiestransporte auf der Mittelweser zwischen Bremen und Minden betroffen. Da die Produktions- und Versorgungsabläufe bei der Verladung und beim Transport per Schiff nicht mehr verlässlich planbar sein werden, wird es zumindest für einen Teil der jährlich ca. 2,5 Mio. Tonnen Sand und Kies zu einer Verlagerung auf LKWs kommen. Die von den Unternehmen erwartete Verlagerung von mindestens 10 % wird ca. 20.000 zusätzliche LKW-Fahrten in der Mittelweser-Region mit entsprechend negativen Folgen für die Bevölkerung und die Umwelt verursachen.

 

 

Die dritte Forderung der Unternehmen betrifft die noch vorhandenen Engpässe in den südlichen Abschnitten der Mittelweser. Eine Probefahrt mit einem Großmotorgüterschiff hat ergeben, dass weitere Baumaßnahmen, die im bisherigen Ausbauprogramm nicht enthalten sind, dringend durchgeführt werden müssen. Ansonsten können verlässliche und betriebswirtschaftlich wettbewerbsfähige Transporte per Binnenschiff nicht durchgeführt werden. Daher die Forderung der Unternehmen und Verbände, diese Probleme schnellstmöglich zu beseitigen.

 

Die Unternehmen und Verbände weisen in ihrer Erklärung darauf hin, dass eine leistungsfähige Hinterlandanbindung der bremischen und niedersächsischen Seehäfen eine herausragende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Hafenstandorte an der Unterweser hat. Sollte den Forderungen der Unternehmen und Verbände nicht entsprochen werden, bleibe die Mittelweser ein Engpass, der sich negativ auf die Wirtschaftsregion Weser-Jade und den Verkehrswert des gesamten nordwestdeutschen Wasserstraßennetzes auswirkt.

Hersg.: Wirtschaftsverband Weser e.V.


Die Mittelweser

 

Der Binnenschifffahrtsweg Mittelweser von Bremen bis Minden bildet die Verbindung der Seehäfen an der Weser mit dem Mittellandkanal. Durch den Anschluss an das deutsche Wasserstraßennetz werden die Wirtschaftsstandorte an der Küste mit den europäischen Wirtschaftsregionen verbunden. Zwischen dem Bundesverkehrsministerium und dem Land Bremen ist vorgesehen, die Anpassung der Mittelweser für den Verkehr mit Europa-Schiffen (85 m Länge) und für Großmotorgüterschiffe (110 m Länge – eingeschränkter Tiefgang von 2,5 m und Begegnungsbeschränkungen) bis zum Jahr 2012 abzuschließen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen sowohl die erforderlichen Baumaßnahmen im Fluss und den Schleusenkanälen als auch die Schleusenneubauten in Minden und Dörverden fertiggestellt werden. Dies ist die Voraussetzung, um wettbewerbsfähige Container-Transporte per Binnenschiff durchzuführen und zugleich eine Entlastung des Straßenverkehrs zu erreichen. Der Wirtschaftsverband Weser erwartet vom Bund und dem Land Bremen, dass die Anpassung der Mittelweser bis zum Jahr 2012 abgeschlossen wird.

 

Weitere Informationen zur Anpassung des Binnenschifffahrtsweges Mittelweser entnehmen Sie bitte dem PDF